Finanzierbarer Wohnraum

Die Versorgung der Bürgerinnen und Bürger mit bezahlbarem Wohnraum ist eine zentrale Aufgabe kommunaler Wohnungspolitik. Einkommen und Wohnkosten laufen immer weiter auseinander und es wird für einen großen Bevölkerungsanteil laufend problematischer, bei angespanntem Wohnungsmarkt überhaupt bezahlbare Wohnungen zu finden. Soziale Wohnraumförderungen, Ausweisung neuer Baugebiete und Schließung von Baulücken, Patchwork-Wohnen oder individuelles Bauen statt eintönige Investorenprojekte – wichtig ist, wir brauchen ein Gesamtkonzept für Maintal und keine Insellösungen.

 

Für alle Menschen in Maintal müssen Wohnungen vorhanden sein, die sie bezahlen können und die gleichzeitig ihren Bedürfnissen entsprechen – neue Wohnraumkonzepte, seniorengerechtes und barrierefreies Wohnen sowie die Möglichkeit, die individuellen Wohnvorstellungen zu verwirklichen. Um Familien, Senioren und Haushalten mit geringerem und mittlerem Einkommen finanzierbaren Wohnraum oder Grundstücke zur Wohnbebauung zur Verfügung stellen zu können, werde ich den städtischen Gremien vorschlagen, die Aufgabenbereiche der Maintalwerke zu erweitern, um städtische Grundstücke zu vermarkten und eine aktive Wohnraumförderung durchzuführen.

 

Unsere Wohnquartiere sollen auch in Zukunft Orte zum Wohlfühlen sein: sicher, mit gepflegten Grünflächen und Spielplätzen, einer fahrrad- und fussgängerfreundlichen Verkehrsinfrastruktur und einer Anbindung an das Maintaler ÖPNV-Netz. Hierzu plane ich ein Leitbild zur Gestaltungen unserer Wohngebiete im Rahmen einer studentischen Projektarbeit zu entwickeln.

 

Das ist zu tun:

■ Umsetzung des beschlossenen Wohnraumförderkonzeptes ab 2016

■ Aufwertung der Wohngebiete

■ Ausbau der sozialen Infrastruktur

■ Sicherheit vor Ort

■ Kommunale Bodenbevorratung

■ Städtische Grundstücksvermarktung

■ Mehrgenerationenwohnen

 

Anfragen MKK-Gutachten „Wohnraumversorgungskonzept Main-Kinzig-Kreis“ bestätigt SPD-Antrag zum Wohnungsbauprogramm Maintal

Die SPD-Fraktion Maintal sieht im vorgelegten Gutachten des Institutes Wohnen und Umwelt (IWU) zum „Wohnraumkonzept Main-Kinzig-Kreis“ eine Bestätigung für das Einbringen ihres Antrages „Aufbau eines Kommunalen Wohnungsbauprogramms“ in die Sitzung der Stadtverordnetenversammlung Maintal am 13. Juli 2015.

„Das Gutachten zeigt deutlich auf, welche Rolle eine gezielte Wohnungsbau- und Baupolitik in den kommenden Jahren einnehmen muss. Insofern wäre es wünschenswert, nicht mit wahlkampfmotivierten Aussagen dieses wichtige Thema zu begleiten, sondern in einer sachlichen Auseinandersetzung die Ergebnisse des nunmehr vom Main-Kinzig-Kreis vorgelegten Gutachtens zu analysieren und im Interesse der Maintaler Bürgerschaft eine ordentliche Konzeption für eine nachhaltige Bau- und Wohnungspolitik zu erarbeiten“, so Sebastian Maier.

Maier unterstreicht, der von der SPD-Fraktion vorgelegte Antrag ist „eine Erweiterung der bereits beschlossenen Sozialwohnungsbauquote und vor allem eine Fortentwicklung der wohnungspolitischen Zielsetzungen“. So eröffnet der SPD Antrag insbesondere für Baugenossenschaften die Möglichkeit, noch intensiver in Maintal zu investieren und Wohnraum entsprechend der Bedarfsanalyse zu schaffen. Zudem bietet das Ansinnen der SPD klare Rahmenbedingungen für den Bau von neuen Wohnkonzepten: „Entsprechend der Studie wird es bis 2030 zu einer deutlichen prozentualen Zunahme von Mitbürgerinnen und Mitbürgern über 65 Jahren mit entsprechenden Wohnraumbedürfnissen kommen. Insofern macht es Sinn, diese Entwicklung nicht nur zu beobachten, sondern Mechanismen zu etablieren, die ein Reagieren auf den demografischen Wandel und auf unterschiedliche Wohnbedürfnisse ermöglichen“, so Maier.

Entsprechend des Gutachtens des IWU verzeichnet Maintal die höchste Zuwanderungsquote im Main-Kinzig-Kreis, wobei hierbei die Zuwanderung von Familien keine entscheidende Komponente ist. Die Durchschnittsgröße der Wohnhaushalte in Maintal liegt bei 2,25 Personen je Haushalt. Die mittlere Angebotsmiete für Zweizimmerwohnung von 65 bis 85 qm und Standardausstattung liegt in Maintal, so das Gutachten, mit bis zu 8 Euro pro Quadratmeter rund 8 Prozent über dem Mittelwert von Hanau. Der Angebotspreis pro Quadratmeter für ein Einfamilienhaus liegt mit über 2 000 Euro auch an der Spitze im Main-Kinzig-Kreis. Ebenfalls auf Platz eins im Main-Kinzig-Kreis ist Maintal bei den Bodenrichtwerten; hier liegt der Quadratmeterpreis für erschlossenes reines Wohnbauland bei rund 300 Euro.

„Diese Zahlen zeigen deutlich, dass Wohnen in Maintal teuer ist. Geht man davon aus, dass immer mehr Familien Maintal verlassen und gleichzeitig Ein-Personen-Haushalte nach Maintal kommen, wird dies Auswirkungen auf den Wohnungsmarkt haben. Ebenso wird sich der demografische Wandel auf die Wohnbedürfnisse in Maintal auswirken. Unser Ziel ist es, Maintaler Haushalten mit unteren und mittleren Einkommen auch in Zukunft einen passenden und finanzierbaren Wohnraum in ihrer Stadt anbieten zu können. Ebenso haben wir ein großes Interesse daran, dass sich Familien Maintal als Wohnort leisten können – das ist wichtig für unsere Vereine, für die Schulen und für den Wirtschaftsstandort Maintal“, so Maier.

Der SPD Antrag bietet, so Maier, eine Möglichkeit über die kommunalen Handlungsmöglichkeiten im Bereich der Baupolitik zu beraten, wichtige Erkenntnis aus dem Gutachten zu ziehen und dementsprechend eine Basis für eine nachhaltige und soziale Wohnbaupolitik zu schaffen. Dies beinhaltet entsprechend des SPD-Antrages und wie im IWU-Gutachtens aufgeführt, den Aufbau eines Leerstandskatasters oder die Förderung und Vergünstigung bei der Baulandvergabe.